Freiwillige Feuerwehr Thulba
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Chronik der freiwilligen Feuerwehr Thulba

Nach der Bildung der politischen Gemeinden oblag die Sorge für das Feuerlöschwesen dem Gemeindevorsteher als Dorfpolizei.

Die Gemeinden konnten zur Anschaffung und Unterhaltung von Feuerlösch- und Schutzgerätschaften Umlagen erheben. Die Feuerlöschgeräte waren Einrichtungen der örtlichen Polizeiverwaltung. Die Ortseinwohner konnten durch ortspolizeiliche Vorschrift zum Beschaffung und Bereithaltung kleinerer Löschgerätschaften angehalten und aufgrund von kommissarisch polizeilichen Feuerlöschanordnungen zum aktiven Feuerwehrdienst herangezogen werden. Die Feuerwehrdienstpflicht bestand nicht gegenüber der Gemeinde, sondern gegenüber dem Staat.

Ab Mitte des vorigen Jahrhunderts entwickelten sich in Bayern, wie auch in anderen deutschen Ländern, die ersten Freiwilligen Feuerwehren als Vereine des privaten Rechts, die zumeist aus den Turnvereinen hervorgingen. Geordnete Hilfeleistung bei Bränden oder Katastrophen gab es schon 1854 im Dorfe Thulba wie zwei Feuerlöschordnungen aus dieser Zeit besagen.

Aus Rechnungen im Gemeindearchiv von 1868 ist nachzulesen, dass an die kirchenmaierische Fabrik zu München für eine Karrenspritze 190 Gulden bezahlt wurden. 3 Gulden wurden dem Johann Happ für das Abholen der Spritze in Gemünden bezahlt. 7 Kreuzer bekam der Schlosser Franz Trimbach als Spritzenmeister für den Gang nach Hammelburg zum Probieren der Druckspritze. 30 Kreuzer bekam Johann Kreß für die Bezeichnung der Schläuche mit dem Ortsnamen. Ebenfalls beschaft wurden 50 Stoffeimer, eine Leiter und mehrere Haken zum Einreissen. Das Wasser für die Spritze wurde noch mit Stoff- und Ledereimer herbeigeschafft.

Im Jahre 1870 wurden 9 Gulden und 20 Kreuzer für den Anschlag des Bauholzes, das für die Spritzenhalle verwendet wurde, bezahlt. 5 Gulden und 39 Kreuzer bekam Johann Kreß für Tüncherarbeiten an der Spritzenhalle. Ebenfalls 2 Gulden und 3 Kreuzer für Platten und Fenster. Beim Kaufmann Hahn in Hammelburg wurden Pechfackeln und Pechkränze für 6 Gulden und 45 Kreuzer gekauft.

Im Jahre 1871 gründeten Männer in Thulba die Freiwillige Feuerwehr. Es ist nachzulesen, dass am 25.09.1871 die Freiwillige Feuerwehr Thulba nach Hammelburg zu einer Übung geladen war. Im Hammelburger Journal Nr. 126 vom 29.10.1872 ist ebenfalls schon von einer Freiwilligen Feuerwehr Thulba die Rede. (Folgender Artikel).
Die Freiwillige Feuerwehren betreffend. Die im Amtsbezirk bestehenden Freiwilligen Feuerwehren zu Thulba usw. wurden auf die Landesunterstützungskasse hingewiesen.
In einer vorhandenen Einteilungsliste vom 24.04.1873 wurden eingeteilt:
Feuerboten und Reiter, die Steigermannschaft, Personen zum Wasserbringen und -fahren, eine Rettungsmannschaft und Wächter. Diese Männer hatten erkannt, dass mit den herkömmlichen Löschmethoden, wie Eimerkette und dergleichen, dem Element Feuer nicht mehr ausreichend Halt geboten werden konnte. Am 08.08.1876 wurde die Gemeinde vom kgl. Bezirksamt Hammelburg aufgefordert eine größere Saug- und Druckspritze anzuschaffen.
Der Gemeinde wurden durch Reg. Entschluss am 01.08.1878   250 Mark für die Beschaffung bewilligt.
Im Jahre 1880 ist die Freiwillige Feuerwehr Thulba aus verschiedenen Gründen verfallen.
Der Hauptmann Josef Veth (Bauer) starb und die Mannschaft ging auseinander. Im Jahre 1883 meldete sich eine große Anzahl von Männern, um die Feuerwehr wieder ins Leben zu rufen.
Durch Akklimation wurden für den Vereinsausschuss gewählt:
Zum Hauptmann Adam Manger
zum Spritzenmeister Lorenz Baus (Gastwirt)
zum Kommandanten oder Zugführer der Spritzenmannschaft Lorenz Neder und als Ersatzmann Anton Happ
zum Kommandanten der Steigermannschaft Georg Kolb
zum Kommandanten der Rettungsmannschaft Johann Gg. Neder
zum Schriftführer Lehrer Brust
Als Adjutant und Stellvertreter des Hauptmanns wurde Heinrich Schipper gewählt.

Die Mitglieder der Feuerwehr beauftragten zugleich den Ausschuss die Statuten festzusetzen und dem Kgl. Bezirksamte zur Genehmigung vorzulegen. Die Gewählten nahmen die Wahl an. Ebenfalls wurde die Einteilung der Mannschaft vollzogen. Steigmannschaft, Spritzen- und Löschmannschaft sowie Rettungsmannschaft. Es wurde an Herrn Bezirksfeuerwehrvertreter Stadtkommurus Eiwald in Hammelburg mitgeteilt, dass er die Feuerwehr Thulba in die Kreis- und Landgrundliste anmelden solle. Durch Schreiben des Bayerischen Landesfeuerwehrausschusses zu München am 22.08.1983 Nr. 1136 wurde der hiesigen Feuerwehr mitgeteilt, dass die Freiwillige Feuerwehr Thulba in die Grundliste des Bayer. Landesfeuerwehrverbandes aufgenommen worden ist.

Der erste erwähnte Brand fand im Jahre 1834/35 in Thulba bei Adam Römisch statt. In Hammelburg fand am 29.12.1872 ein Feuerwehrtag des Rhön-, Saalegaues und Lauergrundes statt. Vertreten war Thulba und 15 weitere Feuerwehren. Im Juni 1873 wurde das Bezirksamt Hammelburg in 7 Löschdistrikte eingeteilt und für jeden einzelnen ein eigener Brandmeister und Ersatzmann aufgestellt. Löschdistrikt 6 war Obererthal, Neuwirtshaus, Hetzlos, Reith, Frankenbrunn und Thulba. Brandmeister war Franz Hahn, Kaufmann von Thulba und Schöffe am Gericht in Aschaffenburg. Stellvertreter war Raphael Baumgard Landwirt aus Frankenbrunn. 1873 wurde eine neue Feuerlöschordnung erstellt. Im selben Jahr erhielt der Schneidermeister Johann Rein  3 Gulden für Tuchkappen, der Spenglermeister Anton Hahn aus Hammelburg 20 Gulden für 15 Feuereimer und Georg Halbig 18 Kreuzer für Abholung der Feuereimer in Schweinfurt. Ebenfalls erhielt Michael Trimbach 1 Gulden und 24 Kreuzer für eine Feuerleiter.

Am 25 Mai 1874 war in Thulba der 4. Feuerwehrtag des Gauverbandes Hammelburg. Im Hammelburger Journal vom 02.06.1874 steht: Die allgemeine Beteiligung von Delegierten und einer großen Anzahl Feuerwehrmänner fand Interesse, womit man eine gelungene Übung der Thulbaer Feuerwehr und die spätere Besprechung verfolgte, sowie die kurze gesellige Unterhaltung lieferten den Beweis, dass die bestehenden 16 Feuerwehren gedeihlich aufblühen möchten und die übrigen Gemeinden bald nachfolgen.
Am 29.07.1876 wurde die Feuerwehr Thulba mit 27 anderen Wehren bei einem Großbrand in Hammelburg eingesetzt. Um 1878 wurde dann eine Saugdruckspritze beschafft und machte Thulba zu diesem Zeitpunkt zur bestausgestatteten dörflichen Feuerwehr.
Eine weitere Saugdruckspritze kam im Jahre 1904 dazu. Diese drei Löschgeräte leisteten bei vielen Bränden ihren Dienst. Sie wurden entweder von Hand oder von Pferdegespanne zum Einsatzort gebracht.
Im Jahre 1880 hatte man den Gedanken eine neue Gerätehalle zu erstellen. Die zum Neubau einer Spritzenhalle in der Gemeinde Thulba auf 836,36 Mark veranschlagten Arbeiten sollen im Submissionswege vergeben werden (Art. vom 6. Juli 1880 Hammelburger Journal). In den Urkunden ist von einem Brand von Wohnhaus mit Stall am 29.09.1883 zu lesen (Ort des Brandes unbekannt). Ebenfalls wurde eine Feuerbeschaukommission gebildet. Vorstand war der Bürgermeister mit 2 Fachkundigen Wehrleuten (Maurer oder Zimmermann). Einheitliche Helme, Röcke sowie eine größere Stützleiter wurden im Jahre 1883 beschafft. 1885 wurde eine Bank außen am Spritzenhaus für 4 Gulden errichtet. Gekauft wurden 50 Feuerwehrgurte und 38 Pechkränze für 73 Gulden.

Bei einem Brand 1885 in Thulba verunglückte der Spritzenmann Josef Neder von Thulba dadurch, daß er beim Transport der großen Spritze zur Brandstätte ausgleitete und das Bein verrenkte. Es wurde ein Gesuch an die Landesunterstützungskasse für Freiwillige Feuerwehren in München gerichtet. Am Dienstag, den 24.03.1885 brannte die Scheune des Bauern Michael Dunkel. Gemäß § 15 der Distriktsfeuerlöschordnung werden hiermit für die Hilfeleistung seitens der Freiwilligen Feuerwehr Thulba beim Scheunenbrand bei Michael Dunkel folgende Beträge liquidiert:
1,30 Mark für den Spritzenmeister
2,60 Mark für 2 Schlauchführer
18,00 Mark für 36 Hilfsmänner pro Mann 50 Pfg.

Am 6. Mai 1885 wurde eine außerordentliche Generalversammlung anberaumt, wozu von 46 Mitgliedern 36 erschienen waren. Den Versammelten wurden vor allem die Satzungen und die Distriktsinstruktion bekannt gegeben. Es wurde, da bei der letzten Wahl vom 28. April 1883 ein Vorstand nicht gewählt wurde und die Vorstandschaft und das Kommando in einer Person vereinigt war, beschlossen einen eigenen Vorstand in den Ausschuss zu wählen. Diese Wahl wurde sofort bestätigt. Zum Vorstand wurde einstimmig mittels Akklimation Lehrer Brust gewählt, welcher erklärte die Wahl anzunehmen. An dessen Stelle wurde zum Schriftführer und Kassier der 2. Lehrer Scheublein gewählt.
Pfingstfeiertag den 25.05.1885 fand in Thulba eine Übung der sämtlichen Feuerwehren des 6 Löschbezirkes unter Leitung des Herrn Bezirksfeuerwehrvertreters Sittinger und des Bürgermeisters von Thulba Herrn Weigand statt.

Am 7.06.1885 wurde dem Spritzenmann Josef Neder jung. wegen dem eingereichten Unterstützungsgesuch aus der Landesunterstützungskasse 42,50 Mark gezahlt.
Am 21.07.1885 wurde als Brandmeister für den 6 Löschdistrikt Thulba, Obererthal, Reith, Hetzlos und Frankenbrunn der Kommandant von Thulba Herr Adam Manger ernannt. Am 30.10.1885 wurde gemäß § 15 der Distriktsfeuerlöschordnung für die Hilfeleistung seitens der Freiwilligen Feuerwehr Thulba bei dem Brande zu Hetzlos am 8.10.1885 aus der Distriktskasse Hammelburg folgende Anträge liquidiert:
3,45 Mark für 1 Paar Pferde zum Spritzentransport
1,30 Mark für den Spritzentransport
2,60 Mark für die beiden Schlauchführer
4,00 Mark für 8 Mann pro Mann 50 Pfg.
Ende des Jahres 1885 wurde die Freiwillige Feuerwehr Thulba durch das Kreisfeuerwehrausschußmitglied Herrn L. Neu zu Lohr einer Inspektion und Visitation unterzogen und wie folgt gemeldet:

Die Löschrequisiten, welche in einem neu erbauten zweckmäßig eingerichteten Bauernhause untergebracht sind, bestehen aus: einer guten neuartigen Saug- und Druckspritze mit 29 m Normalschläuchen, 50 Stück neuen häfenen Bauerneimern, verschiedenen Pechfackeln und Pechkränzen mit Gestellen zum Abbrennen sowie einer Dach- und einer Hackenleiter. Eine weitere kleinere Druckspritze soll sich in Reparatur befinden. Hierzu sind 21 m Schläuche vorhanden. Die Leitern sind unter einem Schutzdache aufbewahrt und bestehen aus zwei Anstelleitern und einer freistehenden Leiter. Sämtliche Geräte sind in gutem Zustand und reinlich gehalten. Im Orte befinden sich 4 Brunnen und verschiedene Privatbrunnen. Die Wasserversorgung ist ausreichend. Der Feueralarm geschieht mit Glockenschlag und Trompetensignale. Der Feuerlaufdienst ist geordnet. Die Freiwillige Feuerwehr besteht aus 46 aktiven Mitgliedern und ist nach den Vereinbarungen des Landesverbandes eingeteilt. Die Pflichtfeuerwehr zählt 150 Mitglieder, denen das Pumpen an den Spritzen und die Wasserbeschaffung obliegt. Die Freiwillige Feuerwehr trägt blaue Leinenblusen und keine Helme sondern nur Mützen. Die Uniformierung ist entschieden unzweckmäßig und gewährt keinen Schutz gegen Erkältung. Die Feuerwehr wird durch einen Ausschuß nach eigenen Statuten geleitet. Das Kreisorgan wird gehalten. Grundliste, Inventar, Protokoll und Vorlesebuch sind vorhanden und die Vereinsakten geordnet.
Die Führung der schriftlichen Arbeiten sind sauber und schön. Die Freiwillige Feuerwehr ist geradezu musterhaft. Die Übung wurde mit größter Ruhe und Präzision ausgeführt und gab ein sehr befriedigendes und erfreuliches Bild über die Leistungsfähigkeit einer gut geübten Feuerwehr, deren Mitglieder mit Eifer und Freude an der Sache hängen. Angesichts der unzweckmäßigen Uniformierung wäre es sehr zu wünschen, wenn der Fleiß dieser wackeren Männer dadurch anerkannt werden könnte, daß denselben aus irgendeinem Grund die Mittel zur Anschaffung von Helmen oder besseren Blusen gewährt würden. Die Mitglieder der Feuerwehr und die Gemeinde sind arm, um dies tun zu können.
Mit Hochachtung L. Neu Kreisfeuerwehrausschussmitglied.
Die Abschrift beglaubigt: Thulba den 12.12.1885 Brust (Vorstand).

1886 wurde eine neue Anstellleiter für 14 Gulden beschafft. Am 06.01.1886 fand eine Generalversammlung der Feuerwehr Thulba statt.
Die Versammlung wurde mit einem Toaste auf seine Majestät unserm Allergnädigsten König Ludwig II vom Hauptmann eröffnet.
Die Wahl des Ausschusses gab folgendes Ergebnis:
Gewählt wurde durch Akklimation:
Zum Vorstande Lehrer Brust
zum Hauptmann Adam Manger
zum Requisitenmeister Lorenz Baus
zum Schriftführer Gregor Weigand
zum Stellvertreter des Hauptmanns Heinrich Schipper

Die einzelnen Abteilungen wählten sodann folgende Zugführer:
Die Steigmannschft Georg Kolb
die Rettungsmannschaft Joh. Gg. Neder
die Spritzenmannschaft Anton Happ und Lorenz Neder
Die Gewählten nahmen die Wahl an.
Bekanntgegeben wurde dass für den Brand in Hetzlos (Tag des Brandes unbekannt) 11,35 Mark aus der Distriktskasse genehmigt wurden. Hiervon erhält der Zugführer Gg. Hergenröther für das Fuhrwerk 3,45 Mark. Der Spritzenmeister Lorenz Baus schenkt seinen zustehenden Betrag von 1,30 Mark dem Verein. Je 50 Pfg. bekamen 9 Feuerwehrmänner.
Am 25.08.1886 brannte es durch Blitzschlag einmal bei Dunkel Michael Hs.Nr. 11 (Wohnhaus) und bei Johann Adam Dunkel Hs.Nr. 136 (ebenfalls Wohnhaus). 1887 wurde eine Hackenleiter beschafft. Bei einer Generalversammlung am 02.02.1887 wurde Bruno Scheublein an die Stelle des Gregor Weigand zum Sekretär gewählt. Der Kassenstand bei Übergabe betrug 11,99 Mark. Am 08.07.1887 brannte das Wohnhaus mit Stall bei Huppmann Peter (Büttnerei) Hs.Nr. 41, jetziges Anwesen Nieß. Am 18.08.1889 fand in Obererthal eine Feuerwehrbezirksversammlung statt mit 33 Freiwilligen Feuerwehren. Danach war eine Übung mit den Wehren Obererthal, Untererthal und Thulba. 1889 war eine Generalversammlung mit Neuwahl. Anwesend waren 64 Mitglieder, die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
Vorstand Lehrer Brust
Kommandant Adam Manger
Adjudant Heinrich Schipper
Schriftführer Lehrer Metz
Kassier Kaufmann Scheublein
Zeugwart Gastwirt Baus

Beschlossen wurde das Vereinslokal bleibt beim Gastwirt Baus der sich verdient gemacht hat. Am 9. März 1890 wurde die Freiwilligen sowohl auch die Pflichtfeuerwehrmänner geladen. Den Pflichtfeuerwehrmännern wurde mitgeteilt, dass sie in die Freiwillige Feuerwehr eintreten sollten. Das Kgl. Bezirksamt Hammelburg fordert, die Pflichtfeuerwehr solle aufgelöst werden. Es meldeten sich dann 22 Männer zur Freiwilligen Feuerwehr.

Der Kreisfeuerwehrausschuss führt Klage darüber, dass die Bürgermeister nicht energisch genug gegen die Pflichtfeuerwehrmänner vorgehen. Grund: Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr müssen im Jahr an 6 bis 8 Übungen teilnehmen, die der Pflichtfeuerwehr nur an 1 Übung.

1890 wurden 73 Armbinden für die Pflichtfeuerwehr beschafft. 1891 eine Laterne zur Feuerwehrspritze, ein Tuch zur Abdeckung der Spritze und 26 Feuerwehrgurte.

Von einem größeren Brand am 14.04.1892 berichteten ältere Ortsbürger wo Feuer beim Bauern Eustach Fella ausbrach, wodurch die 6 Wohnhäuser, 8 Scheunen und 5 Nebengebäude den Flammen zum Opfer fielen. Im Hammelburger Journal Nr. 48 steht:
Die Hoheit der Prinzregent hat den durch Brand zu Schaden gekommenen Bewohnern von Thulba aus der Hofkasse eine Unterstützung von 500 Mark anweisen lassen.
10.09.1893 Massenübung in Hetzlos mit den Wehren Thulba, Frankenbrunn, Reith und Hetzlos. Am Sonntag den 12.07.1896 fand eine Bezirksversammlung in Thulba statt, danach Übung mit den Wehren Oberthulba, Obererthal, Reith, Frankenbrunn und Thulba. 1898 brannte es bei Schäfer Hs.Nr. 64. 1899 Anschaffung von 65 Feuerwehrhelmen aus Blech (Stückpreis 3,50 M). 1914 wurde die Scheune von Schipper Heinrich Hs.Nr. 14 durch Blitzschlag eingeäschert. Ebenfalls brannte die Scheune bei Kolb Josef (frühere Mühlgasse). Auch brannte vor dem Kriege die Scheune von Huppmann Anton (Alte Fuldaer Str. ). Am 04.12.1924 um 11.30 brannten die 4 Scheunen von Warmuth, Manger, Glück und Bürger nieder.
Brandursache waren spielende Kinder. Da das Wasser vom Brunnen nicht ausreichte, wurden 2 Menschenketten mit Eimern zwischen Laibach und Spritze gebildet. Es war bitter kalt, so dass die nassen Kleider der Männer und Frauen am Leib gefroren. Die ganze Nacht über war die Feuerwehr im Einsatz. Die Spritze musste immer in Bewegung gehalten werden um nicht einzufrieren. Die nassen Kleider wurden bei Leo Bürger im Wohnzimmer getrocknet. Am 23.11.1929 brannten 2 Scheunen vom Anwesen Schipper Heinrich und Hüfner Josef. Ebenfalls am 16.01.1930 die Scheune von Büchner Oskar. Kurze Zeit später am 11.02.1930 brannte die Scheune bei Edmund Schmitt (jetzige Wiesenstraße). Am 04.10.1931 fand eine Besichtigung durch Bezirkskommandant Michelbach statt. 1932 brannte die Scheune bei Schipper Richard. Ebenfalls 1932 Scheunenbrand bei Josef Kolb Hs.Nr. 27. Während des Krieges brannte es auch bei Hergenröther.

Durch diese vielen Brände wurde am 17.10.1942 eine leistungsfähigere Motorspritze TS 8 beschafft. Diese wurde dann im August und Oktober 1943 zu den Großbränden nach Schweinfurt beordert. Dort mussten die Wehrmänner unter schwierigsten Bedingungen ihren Mann stellen. Sie berichteten von ihrem dortigen Einsatz, wenn damals die Flugzeuge kamen und ihre Bombenlast entluden, verkrochen sich die Wehrmänner in Kanälen oder suchen sonstigen Unterschlupf um danach wieder die entstandenen Brände löschen zu können.
Im Jahr 1943 wurde in der Dorfmitte eine unterirdische Wasserzisterne errichtet (ca. 150 Kubikmeter). Im gleichen Jahre brannte die Scheune von Hergenröther Oskar. Vom 25.03.1934 bis 16.12.1945 gibt es keine Eintragungen im Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Thulba, das seit dem 05.02.1928 geführt wird.
Ein Schnellbrief (Absender) der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei fordert:
Überprüfung der Feuerwehr wegen Schlagkraft beim Tage wegen Zunahme der Tagesangriffe.
Es wurde durch eine Meldung gefordert wieviel Feuerwehrmänner mit Infantriegewehren ausgebildet sind. Es wurde gemeldet von 42 Wehrmännern sind 27 mit dem Gewehr 98 ausgebildet, 15 Wehrmänner sind nicht ausgebildet.

Die amerikanische Militärregierung hatte nach dem Zusammenbruch1945 in ihren Vorschriften über das öffentliche Sicherheitswesen für den Aufbau des Feuerlöschwesens Richtlinien erlassen, deren Hauptziel die Trennung der Feuerwehren von der Polizei war und die ferner die Zusammenfassung der Feuerwehren zu größeren technischen Einheiten verbot, aber die Überlandhilfe und das Tragen einer Feuerwehruniform zuließ.

Aufgrund des fortgeschrittenen Alters bei vielen Feuerwehren und durch die vielen Verluste des Krieges mussten die Feuerwehren neu geordnet werden. Dies geschah auch in Thulba. Eine Einladung besagt, dass am 24.09.1944 um 18 Uhr ein Dienstappell im Gasthaus Hirschen in Hammelburg stattfindet.

Am 24.09.1944 fand eine Besichtigung durch KBI August Fell statt. Bei der Versammlung am 16.12.1945 meldeten sich 54 Mann freiwillig zur Feuerwehr. Der damalige Wehrführer Richard Gerlach (Schmied) gab aus Altergründen seinen Rücktritt bekannt. Es wurde Josef Jopp Hs.Nr. 100 zum neuen Wehrführer ernannt.

Am 08.04.1945 brannte durch Kriegseinwirkung die Scheune vom Anwesen Huppmann Albin. Die Gemeinde blieb dann längere Zeit von Feuersbrunst verschont. Eine zweite Besichtigung fand am 17.07.1947 durch KBI August Fell statt. Ebenfalls am 17.07.1949. In den Abendstunden des 23.04.1953 wurde die Feuerwehr zum Scheunenbrand bei Manger Eugen gerufen. Am 10.06.1953 wurde der Ort von einer schweren Unwetterkatastrophe heimgesucht, wo einige Feuerwehrkameraden unter lebensbedrohenden Maßnahmen ihren Mann stellen mußten.

Das 80jährige Stiftungsfest mit Fahnenweihe fand am 04.07.1954 statt. Im Jahre 1958 wurde die neue Gemeindekanzlei mit Feuerwehrgerätehaus erstellt. Ein Jahr später, vom 27. bis 28.07.1959, fand die Weihe und Übergabe dieses Gebäudes verbunden mit dem 85jährigem Stiftungsfest statt. Am 29. und 30.06.1963 feierte die Gemeinde das Wasserfest verbunden mit der Einweihung des Pumphauses.

Die Scheune vom Anwesen Hämel Karl wurde durch einen Brand am 25.01.1966 in Mitleidenschaft gezogen. Am 14.03.1967 brannte die Scheune von Emmert Josef. Schwelbrand am 08.01.1968 bei Schipper Leo.
Im Jahre 1969 beschaffte dann die damalige Gemeinde ein neues Löschgruppenfahrzeug LF8-TS das ein Jahr später vom 27. bis 29.06.1970 verbunden mit dem 95jährigen Stiftungsfest den kirchlichen Segen bekam. Vom 19 bis 22.07.1974 stand Thulba ganz im Zeichen der Feuerwehr, es fand das 100jährige Stiftungsfest statt. Dieses Jubiläum war mit dem 2. Kreisfeuerwehrtag des neuen Landkreises Bad Kissingen verbunden, und war Treffpunkt vieler Feuerwehren aus nah und fern.

In den Mittagsstunden des 11. 05.1976 gab es Feueralarm weil die Scheune bei Hergenröther Ernst in Flammen stand. Am 18.07.1976 brannte es am alten Schuttplatz (Auraer Trift).

Der 8. Kreisfeuerwehrtag fand am 16.03.1980 in Thulba statt (Höhepunkt war die Landung eines Rettungshubschraubers der US Army auf dem Sportplatz). Das 110jährige Stiftungsfest fand vom 16. bis 18.07.1983 statt. Am 02.03.1993 fielen bei einem Flächenbrand an der Auraer Trift mehrere Stapel Holz dem Feuer zum Opfer.

Im Jahre 1997 wurde dann das 125-jährige Gründungsfest nachgefeiert. Eigentlich war diese Feier im Vorjahr fällig, doch aufgrund der 1200 Jahrfeier wurde dieses Fest dann auf das Jahr 1997 verlegt. Hier feierte man 3 Tage. Der Höhepunkt war der Festumzug mit 60 Gruppen und rund 1000 Teilnehmern.

Nach längeren Überlegungen und Planungen war im Mai 2001 der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus. Das Feuerwehrhaus besteht aus 2 Stellplätzen, einem Schlauchturm, an dessen Kosten sich der Feuerwehrverein auch erheblich beteiligte, einem Schulungsraum, sowie einer kleinen Küche. Der Schulungsraum wird gleichzeitig vom Musikverein als Probenraum mitgenutzt.

Im Jahre 2003 konnte das Haus dann eingeweiht werden. Diese Einweihung wurde im Rahmen eines 3- tägigen Festes ausgiebig gefeiert.

Im Jahre 2004 wurde dann ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 angeschafft. Das  Feuerwehrauto hat ein MAN Fahrgestell und einen Ziegler-Aufbau. Das Fahrzeug hat 140 PS, einen 600 l Wassertank, einen Rettungssatz (überholter und aufgerüsteter Satz von der Feuerwehr Oberthulba), einen eingebauten Lichtmasten und einen Überdruckbelüfter. Dieses Fahrzeug wurde dann im Jahre 2005 eingeweiht. Auch an diesen Kosten hat sich der Verein mit 10.000   beteiligt.

Im Jahre 2004 wurden Jochen Meder als 1. Kommandant und Alexander Muth als Stellvertreter als Nachfolger für Leo Meder und Gerhard Knoblauch gewählt.

Im Jahre 2004 treten mit Christina Neder, Marlene Trimbach und Veronika Zink erstmals Damen der Freiwilligen Feuerwehr Thulba bei.

Bei der Generalversammlung am 06.01.2005 wurde Leo Meder zum Ehrenkommandanten der Feuerwehr Thulba ernannt. Leo Meder übte bei der Feuerwehr 26-Jahre das Amt des Kommandanten aus.

Im Jahre 2008 wurde eine Zusatzalarmierung mittels Handy in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Oberthulba eingeführt.

Im Jahre 2010  wurden die beiden Kommandanten Jochen Meder und Alexander Muth in Ihren Ämtern bestätigt. Schriftführer Erich Bürger schied im Jahre 2010 nach 37 Jahren aus der Vorstandschaft aus. Dieser Posten wird nun erstmals in der Vereinsgeschichte von einer Frau nämlich Melanie Neder ausgeführt. Stefan Gärtner wurde als Nachfolger des scheidenden 2. Vorsitzenden Gerhard Knoblauch neu gewählt.

Im Jahr 2010 wurde der gute alte „Opel Blitz“ (LF 8) an den Kreisjugendring Bad Kissingen übergeben.

Seit Januar 2011 steht uns mit dem alten Löschgruppenfahrzeug LF 8 von der Feuerwehr Oberthulba ein zweites Feuerwehrfahrzeug zur Verfügung. Mit  diesem Fahrzeug können insgesamt 9 weitere Feuerwehrleute und zusätzliche Ausrüstungsgegenstände wie Pumpen, Wathosen, Schläuche, Sicherungsmaterial und Unterbaumaterial zur Einsatzstelle transportiert und gebracht werden.

Vom 04.06 - 06.06.2011 fand das 140 jährige Gründungsfest der Feuerwehr statt.

Erstellung einer eigenen Homepage im Jahr 2011 zusammen mit GHSonline in Hassenbach.

Die Kommandanten der Wehr:
Von 1871 bis 1880 war Hauptmann Josef Veth 1. Kommandant.
Vom 28.04.1883 bis zum Jahre 1908 war Adam Manger 1. Kommandant.
Von 1912 bis 16.12.1945 war der Schmiedemeister Richart Gerlach 1. Kommandant.
Abgelöst wurde er am 16.12.1945 von Josef Jopp Hs.Nr. 100 der das Amt bis 22.01.1950 ausführte. Vom 22.01.1950 bis 23.01.1953 war Reinhold Bürger 1. Kommandant. Arthur Büchner stand vom 23.01.1953 bis 20.01.1963 der Wehr vor. Ihn löste vom 20.01.1963 bis 06.01.1983 Josef Gerlach ab. Am 06.01.1983 wurde Leo Meder zum 1. Kommandanten gewählt.
Seit 06.01.2004 1. Kdt. Jochen Meder, 2. Kdt. Alexander Muth
Manche Sätze wurden original übertragen!

Zusammengesucht, gelesen, gefunden, gehört, erzählt bekommen und erstellt im Jahre 1995
von Leo Meder. Ergänzt im Jahre 2011 von Leo Meder und Alexander Muth
Geschichte